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kritisch nachgefragt

"Warum sind die Produkte teurer als beim Discounter?"

Warum soll ich als Kunde viel Geld für ein Nahrungsmittel ausgeben, wenn ich offensichtlich das gleiche woanders viel billiger bekommen kann?

 

 

Natürlich ist es schön für den Verbraucher, wenn er richtig viel sparen kann, Geiz ist ja bekanntlich geil! Wenn man aber die Hintergründe betrachtet, sich klar macht wo und unter welchen Umständen Lebensmittel so billig produziert werden, dann könnte einem so maches "Schnäppchen" im Halse steckenbleiben...

 

Leider machen sich aber viele Verbraucher keine solch unappetitlichen Gedanken beim Einkauf. Wichtiger scheinen das tolle Smartphone, die schicken Kleider oder das beeindruckende Auto. Hier kann man nicht sparen, was sollen Freunde und Nachbarn denken?  

 

Billig - um jeden Preis?

 

Dafür, dass dann doch ab und zu die Ernährung wieder in den Vordergrund rückt, sorgen die fast schon regelmäßigen Lebensmittelskandale. Das Fleisch wird abgelöst von den Eiern, danach ist das Gemüse dran und dann kommt vielleicht die Milch... Hier sollte auffallen, dass eigentlich immer nur annonyme Massenprodukte betroffen sind, die noch etwas billiger waren, als die Konkurrenzprodukte. Je billiger ein Artikel (nicht nur Lebensmittel) im Vergleich zu anderen ist, desto billiger musste er auch produziert werden.

 

Bild: Qualität hat seinen Preis...!

 

Es gibt keine "Bilderbuchbauern", die auf ihren romantischen Bauerhöfen solche Lebensmittel erzeugen. Das sind Großbetriebe, die mit einem Gewinn von wenigen Cent pro erzeugter Einheit zurecht kommen müssen. Das geht nur noch mit der Produktion von hohen Stückzahlen und hat mit der bäuerlichen Landwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Im Pflanzenbau bedeutet dies eine sehr große Anbaufläche mit intensivster Bewirtschaftung, in der Tierhaltung kommen die berüchtigten Riesenställe mit all ihren Problemen dabei heraus. Ähnlich wie ich es bei den Abdeckfolien beschrieben habe, werden die Landwirte hier zur Anpassung oder Betriebsaufgabe gezwungen, es sei denn, sie finden andere Absatzwege.

 

Je dünner die Luft dann wird, umso größer wird auch noch die Gefahr, dass einzelne skrupellose Verbrecher Wege suchen und finden, wie man auf illegale Weise noch billiger produzieren kann. Da kommen dann vielleicht Sachen ins Futter, die "kein Schwein" freiwillig fressen würde oder das Gemüse wird noch mal schnell gespritzt, obwohl es doch schon bald geerntet werden soll. Es kommt auch vor, dass auf den verschlungenen Handelswegen noch eifrig gepanscht, umdeklariert oder sonst etwas verbotenes gemacht wird. Dann dauert es nicht mehr lange, und die "schlimmen Bauern" stehen wieder auf Seite eins der Tageszeitung.

 

Wenn günstige Lebensmittel vor ihrem Verkauf auch noch aufwändig um die halbe Welt zu uns transportiert wurden fragt man sich erst recht, warum sie nicht entsprechend teurer sind. Flugzeuge und LKW bewegen sich ja auch nicht von alleine.

 

Bild: aus einer Zeitungsbeilage Ende März 2013 - man beachte die Herkünfte. Wann ist Spargelzeit...?

 

Dies wird schnell klar, wenn ich für meine Produktion errechne, dass der mit Abstand höchste Kostenfaktor die Löhne für die Ernte sind. Im Ausland lässt sich hier erheblich einsparen: auch für noch so geringen Lohn sind hier Menschen bereit zu arbeiten, um nicht zu verhungern! Die Transportkosten werden davon noch locker abgedeckt.

 

Bild: Den größten Anteil am Spargelpreis macht bei uns der Lohn für die Ernte aus.

 

Das Ergebnis dieser "Ausbeuterei" sind dann die billigen Erdbeeren aus dem Angebot, aber auch das T-Shirt für drei Euro und und und...

 

Qualität hat seinen Preis

 

Kein Landwirt hätte freiwillig 300 Kühe, wenn er auch von der Milch von 30 Kühen leben könnte. Bei Schweinen, Geflügel, Eiern, aber auch pflanzlichen Erzeugnissen und nicht zuletzt Spargel und Erdbeeren sieht es nicht anders aus. Eine "vernünftige" Produktion setzt aber "vernünftige" Erzeugerpreise voraus, die nur erzielt werden können, wenn das Produkt auch "vernünftig" an den Verbraucher verkauft werden kann. Solange die große Masse von Käufern von einem Laden zum anderen läuft, weil z.B. der Liter Milch hier gerade drei Cent günstiger ist, wird sich an diesem Kreislauf nichts ändern. Die Verbraucher und damit jede einzelne Hausfrau mit ihrem Einkaufswagen entscheiden über Masse oder Klasse!

 

Möglichkeiten, sich gut und gesund zu ernähren gibt es genug. Hochwertige Lebensmittel wurden aber auch hochwertig hergestellt. Weil man sie zu einem angemessenen Preis verkaufen kann war der Erzeuger nicht gezwungen, an allen möglichen Stellen in der Herstellung zu sparen. Dadurch sind diese Erzeugnisse qualitativ besser und konnten für die Natur deutlich verträglicher und nachhaltiger erzeugt werden. Diese Lebensmittel sind nicht billig aber peiswert - sie sind ihren Preis wert!

 

 

Zum Glück gibt es auch viele Menschen, die sich durchaus Gedanken um ihre Ernährung machen - von IHNEN leben wir, vielen Dank dafür!

 

 Als Landwirt mit vergleichsweise kleinem Betrieb habe ich nur die Möglichkeit, meine Produktion hochwertig zu gestalten und meine - relativ gesehen - kleine Erntemenge zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Dies funktioniert nur, indem ich als "Direktvermarkter" nicht an Großhändler, sondern direkt an die Endverbraucher verkaufe. So kann ich für meine Produkte einen höheren Preis erzielen und auch meinen "kleinen" Hof wirtschaftlich betreiben.

Für den höheren Preis kann ich aber auch einige Vorteile bieten. Frischer als bei uns werden sie die Produkte wohl in kaum einem Laden finden und nicht ohne Grund haben unsere leckeren Erdbeeren einen "Seltenheitswert"!

An vielen Stellen im Betrieb setzen wir zugunsten der Produktqualität und der nachhaltigen Erzeugung aufwändigere und damit teurere Verfahren ein. Viele davon habe ich an den entsprechenden Stellen auf der Homepage beschrieben und gerne zeigen wir Ihnen das auch bei einer Feld- und Hofführung. 

 

Abschließend möchte ich mich bei unseren Kunden für eine zum Teil schon über Jahrzehnte andauernde Treue bedanken.

Dadurch, dass Sie sich für den Einkauf bei uns entschieden haben zeigen Sie mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Diesen würde ich auch gerne weiterhin mit Ihnen gehen. Wenn Sie als Kunde und Verbraucher (und alle anderen natürlich auch) mit offenen Augen und klarem Kopf Lebensmittel einkaufen, dann habe nicht nur ich etwas davon, dann macht es auch den ganzen Milch-, Schweine-, Geflügel- und diversen anderen Bauern das Leben wieder leichter!

 

Mit schönen Grüßen, Hajo Kaemena